Fotolia_24076287_XSDas Thema Building Information Modeling ist schon länger in aller Munde, doch in der Praxis setzt sich das Prinzip in Deutschland eher schleppend durch. “Ein Gebäudedatenmodell für disziplinübergreifende Projektbearbeitung” – was am Anfang zukunftsweisend klingt, erweist sich in der Praxis oft als schwer umzusetzen. Aber warum?

Denken wir mal darüber nach, wie Planungsbüros heute funktionieren: Gezeichnet wird in 2D, da dies die logische Weiterentwicklung des Handzeichnens ist und von den meisten Absolventen gut beherrscht wird. Statt des Tuschestifts und des Zeichenblatts dient nun die Software – vor gar nicht so langer Zeit startete die CAD-Industrie mit diesem Konzept durch und sorgte für enorme Vereinfachung des Büroalltags. Für die Renderings zieht man parallel das 3D Modell in entsprechender Visualisierungssoftware hoch. Diese zwei Prozesse bleiben grundsätzlich getrennt, da der Austausch zwischen CAD und 3D Programmen nicht gerade sauber läuft, und beide auch gänzlich unterschiedliche Daten enthalten. Während die CAD Pläne auf der Liniendarstellung basieren und textliche Informationen enthalten, möchten wir, dass unsere Visualisierungen in erster Linie durch eine tolle Farb- und Materialkombination bestechen.

Nun kommt BIM und man erwartet natürlich die von den Softwareherstellern empfohlene Effizienzsteigerung. Sofort. Somit wären wir beim Problem angelangt.

BIM Software bietet sehr viel, doch sie erfordert auch spezielles Fachwissen und eine gewisse Einschulungsphase, da sie nunmal gänzlich anders als CAD funktioniert. Die Analogie zum Handzeichnen fällt komplett weg, was ein grundsätzliches Umdenken erfordert. Das Gebäudemodell wird mit einer Datenbank hinterlegt, die Eigenschaften wie Ressourcen und Kosten enthält. Dieser Datenpool muss natürlich erst richtig eingegeben und gepflegt werden.
Hatte man früher seine einmal definierten CAD-Standards, die i.d.R. die Layerstrukturen, Planköpfe und Plotstile enthielten, so brauchen wir bei BIM in erster Linie eine genaue Aussage darüber, welche Informationen das Gebäudemodell enthalten soll und wie diese eingegeben werden – denn die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. An diesem Punkt entsteht zur Zeit das neue Berufsbild eines BIM-Managers, der interdisziplinär das Projekt aus softwaretechnischer Sicht leitet und organisiert.

In den USA scheint sich das BIM Konzept auf jeden Fall schneller durchzusetzen: wie diverse Studien von McGraw Hill belegen, ist in den USA mittlerweile die Hälfte der Architekten von CAD auf BIM umgestiegen, und immer mehr Behörden setzen eine Projektbearbeitung in BIM-Software an (siehe auch: McGraw Hill – Construction Research and Analytics ).

Eines ist mittlerweile klar – die Zukunft liegt im BIM. Die Frage bleibt lediglich, was der effizienteste Weg dahin ist.