Einer der ersten Begriffe, in denen man in Berührung kommt sobald man sich mit BIM beschäftigt, ist sicherlich IFC – Industry Foundation Classes.

Das Format wird von der buildingSMART entwickelt, der unabhängigen Vereinigung für offene Standards und Spezifikationen. Auf der deutschsprachigen Website der buildingSMART wird IFC folgendermaßen beschrieben:

Das buildingSMART Datenmodell, auch bekannt unter der Bezeichnung Industry Foundation Classes (IFC), stellt ein allgemeines Datenschema dar, das einen Austausch von Daten zwischen verschiedenen proprietären Software-Anwendungen ermöglicht.
Quelle: http://www.buildingsmart.de/bim-know-how/standards

Klingt ja erstmal vielversprechend! Bis zu dem Moment, in dem euch ein Planungspartner anruft und sagt: “Ich habe deine IFC aus der Software X in meine Software Y eingelesen und meine Fenster / Wände / etc. sind teilweise nur dumme Objekte! Das kann doch nicht sein – IFC muss mir in jeder Software ein fehlerfreies und perfektes Modell liefern!”

Ist das wirklich so?

Die Wahrheit ist: vielleicht wird es eines Tages wirklich so weit sein.  Heute müssen wir uns aber vor die Augen führen, dass IFC ein sehr junges Format ist und die BIM-Modellierunswerkzeuge (Revit, ArchiCAD, Allplan….) Gebäudedatenmodelle mit einem hohen Grad an Intelligenz erstellen, der mit dem IFC Format einfach noch nicht immer abgedeckt werden kann. Zudem nutzt naturgemäß auch noch jedes dieser Programm seine eigene Form von Intelligenz.

Diese Darstellung der buildingSMART stellt die Problematik ziemlich gut dar: IFC 2×3 ist der aktuell gültige Standard, IFC4 ist noch relativ neu und wird noch von den meisten Herstellern implementiert – wir befinden uns also noch ziemlich am Anfang der Entwicklung:

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Quelle: https://www.buildingsmartcanada.ca/open-standards/

Das Fazit: es liegt i.d.R. nicht an der Software oder der Schnittstelle, sondern einfach an der Diskrepanz zwischen hochparametrischen BIM-Systemen und einem Format, das noch viel zu lernen hat. Es bleibt also spannend! 😉