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Author: lejla

Autodesk University Classes

Vor wenigen Tagen wurden die Videos von den Vorträgen auf der Autodesk University 2012 in Las Vegas veröffentlicht – wer also nicht dabei war, kann sich die Vorträge nun auch bequem zuhause ansehen:

Autodesk University Las Vegas

 

Darüber hinaus ist mittlerweile auch eine Reihe von Videos von der Autodesk University Germany vom 13. November 2012 online. Diese können hier abgerufen werden:

Autodesk University Germany

Besonders sehenswert im Hinblick auf Revit sind hier folgende Sessions:

    • Modellierung von Ingenieurbauwerken mit Revit 2013 – Dipl.-Ing. Oliver Langwich (Contelos GmbH)

 

    • Suite Workflows innerhalb der Building Design Suite: BIM und Visualisierung bzw. Animation. (Revit mit Showcase und Max, Echtzeitrendering, animierte Bauteile….) – Marcel Ludwig (Mensch und Maschine Zuberbühler AG)

 

    • Autodesk Revit im Zusammenspiel mit Facility Management – Dipl.-Ing. Oliver Langwich (Contelos GmbH) / Dipl.-Ing. Jan Hübner (OneTools GmbH & Co. KG)

 

    • Verwendung von eigenen Parametern in Revit Projekten – Ing. Wolfgang Sünder & Ing. Srecko Sljivic (werner consult Ziviltechnikergesellschaft mbH) (hier ist leider nur eine Präsentation und kein Video verfügbar, aber trotzdem ein guter Überblick zum Thema Parameter in Revit)

 

Revit: Ebenen vs. Referenzebenen

Ohne Ebenen wäre Revit wohl kaum vorstellbar. Anders als die Ebenen in AutoCAD, dienen die Ebenen in Revit nicht nur der Darstellung der einzelnen Geschosse – dies ist eigentlich eher eine Zusatzfunktion. In erster Linie sind Ebenen unsichtbare Referenzen, mit denen Wände, Möbel und andere Objekte verknüpft werden. Diese Verknüpfung bietet auch einen entscheidenden Vorteil: verändert sich die Geschosshöhe, wandern alle Elemente mit.  Klingt wie ein Traum! Doch leider stößt man oft an die Grenzen dieses Traums – bei all ihrer Flexibilität sind die Ebenen immer horizontal.

Hier kommen die Referenzebenen ins Spiel – diese können über eine Ansicht beliebig im Raum platziert. Nach der Platzierung der Referenzebene können beispielsweise Wände mit diesen verknüpft werden.

 

Autodesk Cloud Services

Die Cloud hat schon in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens Einzug gehalten und es gibt mittlerweile eine Reihe von Cloud Services und Apps von Autodesk, die reibungslos mit AutoCAD oder Revit funktionieren. Die Autodesk Cloud heißt bereits seit einiger Zeit nur noch 360 – als Zeichen dafür, dass es sich hier um einen zentralen Zugriffspunkt geht, in dem alle Anwendungen und Daten zusammen laufen.

Nach einer kostenlosen Registrierung auf http://360.autodesk.com erhält man sofortigen Zugriff auf die grundlegenden Dienste wie Speicherung, Bearbeitung und Worksharing inkl. 3 GB Speicherplatz.
Die Dateien können entweder direkt aus den Desktop Anwendungen, über das Browserfenster oder auch über die Mobile Apps, die großteils gratis sind, hochgeladen werden. Danach können die Dateien freigegeben und von allen Teammitgliedern bearbeitet und synchronisiert werden – egal, ob diese im Büro, auf der Baustelle oder zuhause sitzen.
Darüber hinaus hat man im Rahmen der Autodesk Subscription die Möglichkeit, Simulationen (wie etwa Energieanalyse oder statische Auswertungen für Revit) durchzuführen oder Renderings in der Cloud berechnen zu lassen. Durch die Verlagerung dieser rechenintensiven Arbeiten in die Cloud bekommt man nicht nur schnellere Ergebnisse, sondern kann seinen Computer währenddessen für andere Aufgaben nutzen.

Ich bin selbst ein großer Fan der Cloud und schätze die Vorzüge der zentralen Datenverwaltung sehr. Wer sich sorgen über die Sicherheit hinsichtlich der Verschlüsselung in der Autodesk Cloud macht, dem kann ich den Autodesk Security White Paper empfehlen, in dem die Sicherheitsvorkehrungen im Hinblick auf Verschlüsselung und Datenraub erläutert werden. Darin wird allerdings das Hauptproblem der heutigen Clouds nicht angesprochen: der USA Patriot act, der in Ausnahmefällen der USA-Regierung den Zugriff auf alle Daten gewährt, die auf Servern in der USA liegen bzw. von in den USA ansässigen Firmen verwaltet werden. Leider fallen sowohl Autodesk wie auch Amazon (auf dessen Servern die Autodesk Cloud betrieben wird) unter diese Klausel. Ich persönlich glaube, dass Cloud Computing sehr viel potential hat und sich früher oder später auf jeden Fall durchsetzen wird –  die Akzeptanz im europäischen Raum hängt allerdings zum großen Teil von einer datenschutzrechtlichen Lösung in Bezug auf den Patriot Act ab, da viele Großunternehmen sowie öffentliche Bauherren das Risiko nicht eingehen werden bzw. aufgrund von bestehenden datenschutzrechlichen Klauseln in Verträgen mit ihren Kunden auch nicht eingehen dürfen.
Im Bereich kleinerer bis mittlerer Architekturbüros halte ich die Cloud Lösungen allerdings auch zum jetzigen Zeitpunkt für bedenkenlos und sicher – es ist nicht davon auszugehen, dass Privathäuser oder verhältnismäßig überschaubare Gewerbeobjekte für die USA Regierung spannend sein könnten.

Im folgenden finden Sie eine kleine Übersicht der wichtigsten Autodesk AEC Anwendungen Abhängig von dem Gerät / Platform:

Sobald ich dazu komme, werde ich die Apps genauer unter die Lupe nehmen und in einem separaten Post erläutern.

 

BIM BAM BOOM

Eine interessante und anschauliche Stellungnahme von Patrick MacLeamy, CEO von HOK (US-amerikanische Planungsfirma mit internationalem Tätigkeitsfeld, mehr unter  http://www.hok.com ) zu BIM und den logischen Schlussfolgerungen für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Das Inspirierende an internationalen BIM Spezialisten ist, dass sie sich nicht mehr mit der grundsätzlichen Frage beschäftigen müssen, ob BIM zukunftsweisend ist oder nicht
(da dies z.B. in den USA keine Frage mehr ist), sondern wie man den größten Nutzen daraus zieht.

Nach Patrick MacLeamy betragen bei $1 Planungskosten (BIM) eines Gebäudes die Herstellungskosten $20 (BAM – Building Assembly Model) und die Betriebskosten über die Lebensdauer des Gebäudes $60 (BOOM – Building Operation Optimization Model). Aus diesem Beispiel wird klar, dass der BIM Ansatz nicht nur in der Planungs- und Herstellungsphase, sondern auch vor allem im Bereich des Gebäudemanagements in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird.

BIM Software

BIM ist keine Software sondern eine Denkweise – das hört man sehr oft, wenn man sich mit diesem Thema beschäftigt. Doch ohne entsprechende Software kann diese Denkweise nicht umgesetzt werden, weswegen man sich doch eher früher als später mit der Frage nach der richtigen Sofwarelösung beschäftigen muss.

Im Zuge der virtuellen Gebäudeplanung werden unterschiedliche Fachmodelle entwickelt, i.d.R. mindestens das Architektur-, Statik- und Haustechnikmodell. Diese Modelle können unabhängig von der Software, in der sie erstellt wurden, in entsprechenden Programme (z.B. Autodesk Navisworks oder Tekla BIMsight) übereinander gelegt werden, um die Übereinstimmung oder etwaige Kollisionen zu überprüfen.

Mittlerweile gibt es sehr viele Softwarelösungen für Planer, die auf dem Prinzip von BIM basieren. Die folgende Auflistung soll einen kurzen Überblick über die führenden Programme bieten, ohne einen Anspruch auf die Vollständigkeit zu erheben.

 

BIM-SOFTWARELÖSUNGEN FÜR ARCHITEKTEN

Autodesk Revit Architecture – Für AutoCAD User, die bereits an die neuen “Ribbons” gewöhnt sind, ist der Einstieg in Revit etwas leichter, da die Benutzeroberfläche ähnlich angelegt ist. Darüber hinaus bietet Autodesk Revit Erweiterungen für Gebäudetechnik (Revit MEP) und konstruktiven Ingenieurbau (Revit Structure).
Revit Technology Corporation wurde 2002 von Autodesk gekauft (( Quelle: http://www.revit-basics.com/revithistory.html )), seitdem wird die Software unter der Dachmarke Autodesk geführt. Autodesk bringt jährlich eine neue Version heraus, die nach dem Geschäftsjahr von Autodesk benannt werden. So heißt die aktuelle Version, die im Frühjahr 2012 erschienen ist, Revit 2013.

Graphisoft ArchiCAD – ArchiCAD gibt es seit 1984, also fühlbar schon ewig, und es ist auch der größte Revit-Konkurrent. Apple Usern fällt die Wahl hier leicht: Graphisoft ist einer der wenigen Hersteller, die parallel für Windows und das Mac OS entwickeln. Ursprünglich war ArchiCAD sogar ein reines Apple Produkt. (( Quelle: http://www.archicadbimcenter.com/companies/History/ing )). Ansonsten sind die beiden Programme weitestgehend vergleichbar. Graphisoft bietet ebenfalls diverse Addons wie HKLS Modeller (Heizung/Klima/Lüftung/Sanitär/Elektro) und den EcoDesigner für Energiebedarfsanalyse. Graphisoft ist seit 1997 ein Tochterunternehmen der Nemetschek AG. Die aktuelle Version (Herbst 2012) ist ArchiCAD 16.

Nemetschek Allplan Architecture – ist nur auf dem deutschsprachigen Markt ein Begriff, in den USA ist es völlig unbekannt. Grundsätzlich ist Allplan eine solide Software und hat auch eine Reihe nützlicher Erweiterungen wie Allplan Ingenieurbau, Allplan BCM (AVA-Software) und Allplan Allfa (Facility Management). Die erste Version von Allplan ist 1984 erschienen. (( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Allplan ))

Nemetschek Vectorworks – die klassische Apple – CAD/BIM Software, ebenfalls aus dem Haus Nemetschek. Die erste Version von Vectorworks ist 1985 als eine reine Macintosh Software erschienen und hieß  damals noch MiniCAD. Seit 1996 wurde die Software parallel für Windows und Apple entwickelt und ist seit 1999 unter dem Namen Vectorworks bekannt. (( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Vectorworks ))

Bentley MicroStation – seit über 20 Jahren ganz vorne mit dabei. Die erste Version von MicroStation kam 1984 heraus, und wurde in den 90ern auch für Apple und Unix Systeme entwickelt. Seit 1997 ist MicroStation eine rein auf Windows basierte Software, die zur Zeit in der Version V8.i (erschienen: Ende 2008) erhältlich ist. Kleinere Updates werden regelmäßig veröffentlicht und haben nur bei wesentlichen Änderungen einen Einfluss auf die Versionsnummer. (( Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/MicroStation ))

Gehry Technologies: Digital Project – Frank Gehry setzte anfangs auf CATIA von Dassault Systemes, um seine komplexen Entwürfe umsetzen zu können. CATIA ist aus der Flugzeug- und Autoindustrie bekannt und für Architektur nur bedingt geeignet; es unterstützt allerdings komplexe Freiformen die vor 10 Jahren von kaum einer Architektur-CAD Software zu bewältigen waren. Aus diesem Grund entwickelte das Büro auf der Grundlage von CATIA v5 “Digital Project”. Mittlerweile wird Digital Project auch von anderen Büros genutzt, wie etwa von Zaha Hadid.

 

BIM-SOFTWARELÖSUNGEN FÜR TRAGWERKSPLANER

Autodesk Revit Structure – seit Revit 2013 können alle drei Module (Architecture, Structure und MEP) in einer Softwarelösung integriert werden. Dabei kann die Programmoberfläche entsprechend an das aktuell genutzte Modul angepasst werden; der Vorteil liegt allerdings darin, dass man auch problemlos auf die die Funktionen anderer Module zugreifen kann, was speziell für Gesamtplaner interessant ist.

Nemetschek Allplan Ingenieurbau – wie auch Autodesk bemühen sich andere große Softwarehersteller, eine Komplettlösung anzubeiten und entsprechende Module für Fachplaner zu entwickeln. Die Lösung für Nemetschek dürfte in erster Linie für all jene interessant sein, die bereits in Vergangenheit mit Allplan gearbeitet haben und sich daher eine vertraute Bedienung und Programmstruktur wünschen.

Tekla Structures – das Flagship-Produkt der Finnischen Softwarefirma Tekla und Nachfolger von XSteel ist die Standardlösung für den konstruktiven Ingenieurbau und wird immer mehr für Stahlbauten und Fertigteilplanung / Schal- und Bewehrungspläne eingesetzt. Tekla wurde 2011 von dem US-Amerikanischen Technologiekonzern Trimble Navigation übernommen (genauso wie ca. ein Jahr später Google SketchUp). ((Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Trimble_Navigation ))

Sofistik BIM Tools – basiert auf dem auch aus den Zeiten der 2D Planung bekannten SofiCAD und ist keine Standalone Lösung an sich, sondern bietet umfangreiche Ergänzungen zu Revit Structure.

 

BIM-SOFTWARELÖSUNGEN FÜR HAUSTECHNIKFACHPLANER 

Autodesk Revit MEP – es überrascht wenig, dass Autodesk auch für die Haustechnik die passende Lösung hat. Wie auch das Structure Modul, kann auch Revit MEP seit der Version 2013 in dem Gesamtapaket zusammen mit Revit Architecture erworben werden.

Graphisoft HKLSE Modeller – erhältlich als ein reines ArchiCAD AddOn, richtet sich auch diese Lösung eher an Gesamtplaner, die in erster Linie mit ArchiCAD arbeiten und durch dieses Modul zusätzliche Werkzeuge für die Erstellung von dreidimensionalen Leitungssystemen erhalten.

 

Wenn Sie eine aufgeführte (oder nicht aufgeführte) Softwarelösung benutzen, Ergänzungen oder andere Anregungen haben, freue ich mich über Ihr Kommentar!
Eine vollständige Liste mit Softwareprodukten mit integrierter IFC-Schnittstelle finden Sie auf der Seite von BuildingSMART.